san ju

7. Dezember 2009

araber und sarazenen in zug

Filed under: koepfe — Schlagwörter: , , — sanju @ 09:27

Maerlisonntag Zug
Wegen einer Sarazenin sind wir nach Zug gefahren. Auf das gleichnamige Bild von Alexej Jawlensky (1865-1930) sind wir in der Presse aufmerksam geworden. Es wird im Rahmen der Ausstellung „Der Schatz am Zugersee“ bis zum 7. März im Zuger Kunsthaus gezeigt. Neben diesem einzigen Bild von Jawelensky sind einige anderen Bilder aus der Sammlung Kamm zu sehen. Neben Werken der klassischen Moderne wie (Gustav Klimt, Egon Schiele, August Macke und Oskar Schlemmer, u.a.) sind uns vor allem ein frühes Selbstportrait von Ernst Ludwig Kirchner und eine schöne Auswahl seiner Holzschnitte aus der Davoser Zeit ins Auge gefallen. Ein wirklich lohnenswerter Museumsbesuch im kleinen, gemütlichen Kunsthaus in Zug.
Als wir nach dem Museumsbesuch durch die Altstadt von Zug spazierten, sind wir dann auf eine interessante Szenerie gestossen. Einige verkleidete Araber führten Kinder auf Kamelen durch die Altstadtgassen. Diesmal schienen die Muslime offenbar keine Ängste in der Bevölkerung ausgelöst zu haben (In der Stadt Zug wurde die Minarettinitiative zu 52% abgelehnt, im Kanton jedoch zu 56% angenommen). Nach der Kamelbesichtigung verliessen wir Zug und den Märlisonntag.
Zurück in Luzern wichen wir dem Samichlaus-Auszug aus. Hier ging es etwas heimischer zu und her. Angeführt wurde der Auszug vom türkisch-stämmigen Nikolaus. Begleitet wurde der Bischof von Demre (Myra) von den volkstümlichen, urschweizerischen (und von der SVP so geliebten) Treichlern und Geisselklöpfern (Minartettinitiative Stadt Luzern 57% Ablehnung, Kanton Luzern 61% Zustimmung).

AlexejJawlenskySarazenin1912 aus

Bild oben: Beduinen und Kamele in der Altstadt von Zug
Bild unten: Alexej Jawlensky: Die Sarazenin (Ausschnitt), 1912. Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm

29. Oktober 2008

norbert schnitzler in zug

Filed under: koepfe,orte — Schlagwörter: — sanju @ 10:13


Ganz so leer ist der Saal nicht geblieben als PD Dr. Norbert Schnitzler am 28. Oktober mit seinem Vortrag zum Thema „Heils-Spiegel. Über Gebrauch und Missbrauch von Medien im Spätmittelalter“ begann. Die weite Reise von Chemnitz (ehemals Karl-Marx-Stadt) hat der ausgewiesene Spezialist für spätmittelalterliche Frömmigkeitspraxis (Schwerpunkt Bildervereherung und Ikonoklasmus) angetreten, um vor einem auserwählten Kreis Interessierter in Zug zu sprechen. Ort des Vortrages war der gotische Saal des Rathauses in Zug. Ein ausserordentlich schöner holzgetäferter Saal, der mit seinen fein ausgefertigten Lindenholzschnitzereien als Prunkstück des Rathauses bezeichnet wird. Ein angemessener Ort für den Mittelalterspezialsten und sein Publikum. Öffnung der Abendkasse war auf 19:30 angekündigt. Bis um 20:00 hatte sich der Saal mit immerhin ca. zwanzig Personen angefüllt, wobei davon etwa ein Viertel zum Organisation-Personal gehört haben dürfte.

Der Vortrag war dann sehr spannend. Gerichtet war er an ein Fachpublikum, das sich bereits mit dem Thema Frömmigkeit im Spätmittelalter auskannten. Einiges, wovon Schnitzler erzählte, war allerdings bereits bekannt aus seinen früheren Publikationen. Neue Aspekte zeigte er in der Beurteilung der Achener Pilgerzeichen mit integrierten Spiegelchen auf und löste damit in der anschliessenden Diskussion einige Kontroversen aus.
Um 21:45 war die Veranstaltung zu Ende, damit die auswärtigen Besucher noch den Zehnuhrzug erreichen konnten. Zug machte zu diesem Zeitpunkt immer noch den gleichen stillen, fast ausgestorbenen Eindruck wie zwei Stunden zuvor.

Die reiche Publikationsliste von Norbert Schnitzler kann auf dessen Hompage abgerufen werden.

(Der Vortrag fand im Rahmen des Begleitprogrammes zur Ausstellung „fassbar – unfassbar“ in der Burg Zug statt.)

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