san ju

12. November 2009

vier mimen in paris

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rebekka in paris

3. März 2009

der einarmige gelehrte aus grosswangen

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Eduard (Édouard) Huber wurde am 12. August 1879 als Sohn des Kronenwirtes in Grosswangen geboren. In jungen Jahren verunfallte er in der familieneigenen Ziegelei und verlor seinen linken Arm. Beim einarmigen Schüler trat schon bald ein ausserordentliches Sprachtalent zum Vorschein. Nach der Primarschule in Grosswangen und der Mittelschule in Willisau besuchte er das Gymnasium in Solothurn. Neben den obligatorischen Fremdsprachen (Französisch, Latein und Griechisch) eignete er sich dort auch die italienische, englische und spanische Sprache an; zusätzlich beschäftigte er sich  mit Hebräisch, Chaldäisch und Sanskrit. Daneben lass er täglich in einer arabischen Zeitung aus Kairo. Als achtzehnjähriger Student schaffte er 1897 die Aufnahme an die Sorbonne in Paris, wo er sich vorerst für Sanskrit und (Alt-)Persisch einschrieb. Später belegte er zusätzlich Russisch, Japanisch und Chinesisch, danach auch Armenisch und Hindustani. Kein Wunder, dass Huber bei dieser Begabung die Aufmerksamkeit und Förderung seiner Professoren (unter ihnen die damals bekannten Sinologen Lévi und Chavannes vom Collège de France) auf sich zog. Nach vier Jahren Studium in Paris wurde er Mitglied der École française d’Extrême-Orient und konnte so seine Forschungstätigkeit in Indochina (Saigon, Hanoi) aufnehmen. Seine dort entstandenen Arbeiten hatten einiges Aufsehen erregt. Eine spätere Stelle als Professor wurde ihm bereits als 25jährigem zugesagt. Diese Funktion nahm er dann tatsächlich für ein Semester im 1912 an der Sorbonne wahr. 1913 kehrte Huber, nachdem er sich ein paar Wochen in Grosswangen aufgehalten hatte, nach Hanoi zurück. Dieser dritte Aufenthalt in Vietnam sollte nur von kurzer Dauer sein. Huber erkrankte Ende 1913 an einem heftigen Fieber. Nach wenigen Tagen, am 6. Januar 1914, starb er in Vinh-long.

Die Photographie entstand 1903 in Rangoon (Burma). Wie auf den meisten erhaltenen Bilder gelingt es Huber gut, den fehlenden Arm zu kaschieren. Die Foto ist dem Buch von Casimir Schnyder aus dem Jahr 1920 entnommen.

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