san ju

25. Dezember 2008

weihnachtsbaum aus dem entlebuch

Filed under: allgemein — Schlagwörter: , — sanju @ 15:23


Seit wir in Luzern wohnen, gehe ich jedes Jahr zum gleichen Christbaumhändler ein Tannenbäumchen aussuchen. Ich weiss, dass er seine Tännchen aus dem Entlebuch, aus dem Napfgebiet hat. Gerade die Rottannen sammen, wie mir versichert wurde, nicht aus einer Baumschulanlage, sondern direkt aus dem Wald. Dies erinnert mich etwas an meine Kinderzeit, als Onkel Walter uns jedes Jahr das Bäumchen aus dem Wald von Romoos vorbei brachte.

15. Juli 2008

ein baur auß dem entlibuch

Filed under: koepfe,worte — Schlagwörter: , , — sanju @ 07:50

ein baur aus dem entlibuchDieser Tage bin ich von Ralf darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Bayerische Staatsbibliothek die Flugschrift vom gestryfften Schwytzer Baur aus dem Jahre 1522 frisch digitalisiert und aufs Netz gestellt hat.
Ich bin dieses Jahr schon mehrmals auf diese Flugschrift gestossen. Zufällig fand ich sie vor etwa einem halben Jahr im Katalog der Uni-Bibliothek Basel verzeichnet (Der gestryfft Schwitzer Baur. Disz büchlin hat gemacht ein Baur ausz dem Entlibuch, Wem es nit gefall der küsz im die bruch, Basel 1522). Der angebliche Autor der Schrift, ein Baur auß dem Entlibuch, interessierte mich, stamme ich doch mütterlicherseits selber aus dem Entlebuch. Ich begann zu recherchieren. Als erstes fand ich einen Artikel aus dem Jahre 1910 in der amerikanischen Zeitschrift Modern Philology unter dem Titel German Pamphleteers of the Sixteenth Century. Danach wurde ich aufmerksam auf die Doktorarbeit von Verena Schmid Blumer aus dem Jahr 2004. Unter dem Titel Ikonographie und Sprachbild. Zur reformatorischen Flugschrift „Der gestryfft Schwitzer Baur“ setzt sie sich eingehend mit der Schrift auseinander. Die Flugschrift mit der Darstellung der Diskussion zwischen dem auf dem Esel sitzenden Mönch und dem gestreiften Bauern auf dem Titelblatt war dann einer der ersten Beiträge auf meinem Blog. Später hielt ich dann tatsächlich eines der Originale aus dem frühen 16. Jahrhundert in den Händen. Der Zuger reformiert gesinnte Geistliche Werner Steiner hatte sich die Flugschrift nach 1522 erworben. Sie liegt heute eingebunden mit anderen Flugschriften aus der Reformationszeit in der Zentralbibliothek Zürich. Später fand ich dann heraus, dass auch im Staatarchiv Luzern ein Exemplar der Schrift von Pamphilus Gengenbach liegt, aber auch in Weimar, Wolfenbüttel, Halle, Mainz, Berlin… Nachdem diese Schrift nun sogar in München publiziert wurde, ist anzunehmen, dass sie schon zur Entstehungszeit weit verbreitet war.

Der Bauer aus dem Entlebuch scheint Geschichte gemacht zu haben.

Powered by WordPress