san ju

1. September 2009

maria mitleiden

Filed under: orte — Schlagwörter: , — sanju @ 14:20

unter dem wagen
Seit dem 15. Jahrhundert besteht der Wallfahrtsort „Maria Mitleiden“ in Gormund (Gemeinde Neudorf LU). Was der Name „Maria Mitleiden“ bedeuten soll, ist heute schwer zu erkennen. Kamen die Pilger nach Gormund, weil sie Mitleid mit Maria hatten, weil sie Mitleid von Maria erwarteten oder weil Maria mit ihnen mitlitt. Im Eingang der Wallfahrskapelle bekommt man einen ersten Aufschluss über die Leiden, die Pilger veranlassten, eine Wallfahrt zu versprechen. Auf einer Auswahl von Votivtafeln ist dargestellt, von welchen Leiden gläubige Pilger durch die Fürsprache der Maria gerettet wurden. Detailgetreu ist hier zum Beispiel ein Verkehrsunfall aus dem 17. Jahrhundert dargestellt. Auf dem Bild ist ersichtlich, wie einige Männer versuchen, eine hochschwangere Frau vom Gewicht eines schwerbeladenen Holzfuhrwerk zu befreien. Offensichtlich hatte die Hilfe der Männer und die Fürbitte der Maria geholfen. Die Frau soll trotz des Unfalls vier Wochen später einen gesunden Sohn geboren haben.
gormund 5
Einen Vorgeschmack auf die Leidensdarstellungen im Inneren der Kapelle gibt eine andere Votivtafel aus dem Eingangsbereich der Kapelle. Maria, der nicht weniger als sieben Schwerter in der Brust stecken, blickt mit voller Inbrunst zu einem mit einer Dornenkrone umwickelten Herzen hoch, welches von je zwei abgetrennten Händen und Füssen eingerahmt ist. Der Text zum Bild lautet: „Maria ohne Sünde empfangen, bitte für uns. Ex Voto 1846.“

Im kürzlich erschienen Buch „Zeitspuren“ von Judith Rickenbach ist eine Rundwanderung von Sempach über Gormund und zurück empfohlen. Auf dieser Wanderung mit dem Titel „Die Glaubesnwelt des mittelalterlichen Menschen“ sind neben der Kapelle von Gormund noch einige andere sehenswerte Orte zu entdecken.

2 Comments »

  1. das buch ist nicht kürzlich erschienen aber „kürzlich“ neu verlegt worden… so mein ich auf jeden fall…

    Kommentar by anna jurt — 1. September 2009 @ 20:15

  2. Ja, das Buch ist die „vollkommen überarbeitete Fassung“ der Ausgabe von 2001.

    Kommentar by sanju — 1. September 2009 @ 20:43

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