san ju

24. August 2017

Das neue Jerusalem

Filed under: kirchen,orte,worte — sanju @ 15:49

Das neue Jerusalem, wie es in der Froschauerbibel von 1531 dargestellt ist, erinnert doch etwas an die Stadt Luzern. Das könnte damit zu tun haben, dass der Künstler sich für einige Zeit im mittelalterlichen Luzern aufgehalten hatte. Als zwanzigjähriger bekam Hans Holbein den Auftrag, das Hertensteinhaus innen und aussen mit Fresken zu versehen. Das mag ein Grund sein, dass er die Ansicht der Stadt Luzern als idealtypische Vorlage für das himmlische Jerusalem wählte.

Luzern als neues Jerusalem, das mag auch Sebastian Hofmeister vorgeschwebt haben, als er 1522, zu einem Zeitpunkt als die Reformation in Deutschland schon stark verbreitet war, in Barfüsserkloster zu Luzern die Stelle als Lesemeister angenommen hatte. Kaum in Luzern angekommen begann er seiner reformatorischen Einstellung gemäss im Sinne der neuen Lehre zu Predigen. Vor allem wandte er sich gegen den Marienkult und die Heiligenverehrung. Dies ausgerechnet in einer Kirche, die der Maria in der Aue gewidmet war. So ist es nicht verwunderlich, dass er beim Bischof von Konstanz angeschwärzt wurde und in der Folge Luzern wieder verlassen musste.

Sebastian Hofmeister kehrte in seine Heimatstadt Schafhausen zurück und verfasste von dort aus eine anonyme Schrift, in der der die Eidgenossen ermahnte, sich nicht von falschen Propheten verführen zu lassen. Die Schrift war in erster Linie an Luzern gerichtet. Ein Satz in der Schrift erboste wohl die Stadtluzerner besonders: „O Lucerna wie bistu  so gar verstopfft“! Er meinte damit, wie uneinsichtig die Obrigkeit sei, und wie sehr sie sich von Stadtpfarrer, der doch ein Wolf im Schafspelz sei, blenden liesse.

    Reformationsrundgang:

    „O Lucerna wwie bistu so gar verstopfft“, unter diesen Titel findet im Rahmen der Reformationsfeierlichkeiten ein Stadtrundgang durch Luzern Stadt. In einem zweistündigen Rundgang werden die Teilnehmer den Spuren der verhinderten Reformation entlang geführt.

    Premiere

  • Samstag, 16. September 2017, um 15.00 Uhr Startpunkt: Matthäuskirche (Hertensteinstrasse 30, Luzern)
  • Weitere Termine:

  • Donnerstag, 21. September, 18.00 Uhr
  • Freitag, 20. Oktober, 18.00 Uhr
  • Samstag, 28. Oktober, 14.00 Uhr
  • Sonntag, 5. November, 13.30 Uhr

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