san ju

28. Dezember 2008

der eisbär im museum

Abgelegt unter: koepfe — Schlagwörter:, — sanju @ 22:41


Die kalten Tage um die Jahreswende sind ein idealer Zeitpunkt, ins Museum zu gehen, zumal hier in Luzern (seit langem wieder einmal) eine beachtenswerte Ausstellung stattfindet. Die Retrospektive des bedeutenden (und faszinierenden) japanisch-amerikanischen Fotographen Hiroshi Sugimoto dauer noch bis zum 25. Januar 2009. Einige Bilder von Sugimoto hatten wir schon vor ein paar Jahren -eher zufällig- während eines Besuches des Guggenheim-Museum in Bilbao kennen gelernt. Die Portraitsammlung von König Heinrich VIII. und seiner sechs Frauen, die jetzt auch in Luzern zu sehen ist, hatte uns schon damals stark beeindruckt. Sugimoto hat die nach zeitgenössischen Bildern nachgestalteten Wachsfiguren mit seiner Grossbildkamera abgelichtet. Jetzt in der schwarzweissen Version der Abbildung der Wachsabbildung nach den Bildern des 16. Jahrhunderts wirken die abgebildeten Personen so, als ob lebende Menschen porträtiert worden wären. Genau so irritierend echt erscheint das Bild des Polarbären, das in Wahrheit eine ausgestopfte Figur aus dem New Yorker American Museum of Natural History darstellt.

(Fotographie aus dem Kunstmuseum Luzern: Ausschnitt aus Hiroshi Sugimoto, Polar Bear, 1967 / ©Hiroshi Sugimoto)

25. Dezember 2008

weihnachtsbaum aus dem entlebuch

Abgelegt unter: allgemein — Schlagwörter:, — sanju @ 15:23


Seit wir in Luzern wohnen, gehe ich jedes Jahr zum gleichen Christbaumhändler ein Tannenbäumchen aussuchen. Ich weiss, dass er seine Tännchen aus dem Entlebuch, aus dem Napfgebiet hat. Gerade die Rottannen sammen, wie mir versichert wurde, nicht aus einer Baumschulanlage, sondern direkt aus dem Wald. Dies erinnert mich etwas an meine Kinderzeit, als Onkel Walter uns jedes Jahr das Bäumchen aus dem Wald von Romoos vorbei brachte.

14. Dezember 2008

der meisterspion (deckname lucy)

Abgelegt unter: koepfe — Schlagwörter:, , — sanju @ 09:24

Rudolf Rössler und Werner Schnieper
Am 11. Dezember 2008 jährte sich der Todestag von Rudolf Rössler zum 50. Mal. Nur wenige Leute sollen damals dem Sarg gefolgt sein, als Rössler in in Kriens zu Grabe getragen wurde. Erstaunlich grosse Kränze ohne Beschriftungsschleifen sollen das Grab geziert haben. Sie seien anonym von Fleurop geliefert worden. Im Dorf hatte man gemunkelt, sie seien von Ostblockstaaten bestellt worden, vielleicht von der Tschechoslowakei oder der Sowjetunion. Man stand 1958 mitten im Kalten Krieg.

Mehr Leute, als damals den Trauerzug begleiteten, fanden sich zu den Gedenkveranstaltungen im Museum Bellpark in Kriens ein. Allerdings waren weder Vertreter der Schweizer Abwehr noch Abgeordnete der ehemaligen Ostblockstaaten anwesend. Einzig die Aussage einer Krienser Gemeinderätin, dass die Grabplatte von Rössler in Zukunft sauber gehalten werde, verlieh dem Anlass etwas von einem behördlich tolerierten Anstrich.

Wie gross die Verdienste Rösslers im Widerstand gegen Nazi-Deutschland waren, ist bis heute nicht sicher geklärt. Unumstritten ist, dass er vertrauliche Informationen aus dem deutschen Wehrmachtszentum erhielt. Diese Informationen leitete Rössler sowohl an die Schweizer Abwehr wie an den sowjetischen Widerstand weiter. Wieweit seine Auskünfte ausschlaggebend oder gar kriegsentscheidend waren, bleibt bis heute umstritten.
Rössler wurde für seine Spionagetätigkeit zweimal verhaftet; erst 1944 und dann1953. Nach der Verhaftung von 1953 musste er für ein Jahr ins Gefängnis, da ihm unerlaubter Nachrichtendienst für die Tschechoslowakei angelastet wurde.

Die Veranstaltungen in Kriens haben mich weniger wegen Rudolf Rössler sonder wegen des Autors Peter Kamber interessiert. Peter Kamber, von hause aus ein Historiker mit Schwerpunkt Reformationsgeschichte, arbeitet seit mehreren Jahren an einen Roman über die internationale Geheimdienstszene in der Schweiz des zweiten Weltkrieges. In einem Werkstattgespräch und mit Textausschnitten gab er interessanten Einblick in seinen Roman. Auf die Veröffentlichung, die im Frühjahr 2009 stattfinden soll, freue ich mich.

(Auf dem Bild von Prozess im Jahr 1953 ist Rudolf Rössler (l) neben seinem Luzerner Freund Xaver Schnieper (r) abgebildet.)

7. Dezember 2008

lovis corinth: 1858-1925

Abgelegt unter: koepfe — Schlagwörter: — sanju @ 00:10


Zum 150. Geburtstag wird vermehrt dem deutschen Künstler Lovis Corinth gedacht. Unter dem Titel Lovis Corinth und die Geburt der Moderne wird ihm dieses und nächstes Jahr eine umfangreiche Retrospektive gewidmet (Leibzig/ Regensburg). Corinth wird als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Impressionismus bezeichnet. Mit seinem Spätwerk gilt er gar als einer der Wegbereiter der modernen deutschen Malerei. Obwohl er bereits zu Lebzeiten als bedeutender Maler in Deutschland angesehen war, wurden vor allem seine späten, fast expressionistischen Bilder zur Zeit des Nationalsozialismus als entartet geächtet. Viele seiner Werke wurde deshalb in die Schweiz verkauft. Einige von diesen Bilder sind nun aktuell auf dem Kunstmarkt angeboten worden und erzielten trotz angespannter Wirtschaftslage ansehnlich Preise (vgl NZZ vom 6.12.2008).

Lovis war mir bis an hin nur als weiblicher Vorname bekannt. Zum ersten Mal habe ich den Namen gehört, als ich unseren Kindern die Geschichte von Ronja der Räubertocher vorlas. Die Mutter der Ronja heisst bekanntlich Lovis. Dieses Jahr, hundertfünfzig Jahre nach der Geburt von Lovis Corinth, ist nun unsere kleine Lovis zur Welt gekommen. Heute am 7. Dezember wollen wir für sie ein kleines Fest steigen lassen und tüchtig auf ihr Wohl anstossen.

(Das Bild Selbstporträt mit Strohhut aus dem Jahr 1923 ist im Kunstmuseum Bern aufbewahrt.)

1. Dezember 2008

rotgrün : grünrot

Abgelegt unter: koepfe — Schlagwörter:, — admin @ 09:18


Herzliche Gratulation für unsere Vertreterin im Berner Stadtparlament. Erneut wurde Natalie mit einem Glanzresultat in den Berner Stadtrat gewählt. Auf ihrer Liste “grünes Bündnis” belegt sie sogar den ersten Rang.

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