san ju

14. Oktober 2012

pasta con le sarde

Abgelegt unter: fische, toepfe — Schlagwörter:, , , — sanju @ 18:54

Um für eine Person eine schöne Portion pasta con le sarde (Hauptspeise) zu kochen, werden folgende Zutaten vorbereitet:

  • zwei kleinere Sardinen (ganz)
  • ein Fenchel
  • eine Zwiebel
  • drei bis vier Sandellenfilets (aus der Büchse oder dem Glas)
  • ein Briefchen gemahlenen Safran
  • einige Rosinen (kann ergänzt werden mit Pinienkernen)
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • ca. 250 Gramm Teigwaren (z. B. Bucatini)
  • etwas flachen Peterli
  • ein Glas Weisswein (für den Koch)

Als erstes setzen wir das Wasser auf (Faustregel: mindesten 3x soviel wie das Gewicht der Teigwaren; in unserem Fall ca. drei Liter) und beginnen die Sardinen auszunehmen. Dazu nehmen wir einen Fisch mit dem Bauch nach oben in die linke Hand und drücken den Kopf etwas nach unten. In die entstandene Öffnung stecken wir den Zeigefinger der rechten Hand, fahren mit dem Fingernagel der Bauchwand entlang und drücken so die Eingeweide nach aussen. Wir waschen den Fisch innen und aussen, entfernen letzte Schuppen und beginnen ihn zu filetieren. Dazu fahren wir mit dem Daumennagel auf beiden Seiten des Rückgrades entlang, packen das Rückgrat am Schwanzende und lösen es samt dem Kopf vom Fisch.

Sobald das Pastawasser kocht, salzen wir es (pro Liter ca. ein Kaffeelöfel Meersalz) und geben den grob geschnitten Fenchel hinzu.

In einem anderen Bratgeschirr erwärmen wir das Olivenöl und lösen darin die Sardellenfilets auf, indem wir sie leicht mit dem Kochlöffel zerdrücken. Wir fügen die fein geschnittene Zwiebel bei und dünsten sie. Im aromatisierten Öl braten wir die Sardinen von beiden Seiten an und stellen sie anschliessen an die Wärme. Jetzt schöpfen wir die weich gekochten Fenchelstücke aus dem Salzwasser, geben sie ins Ölgemisch und löschen alles mit ein wenig Kochwasser ab. Wir fügen Weinbeeren und Safran zu, schmecken die entstandene Sauce mit Pfeffer und Salz ab und legen die Sardinen oben auf.

Unterdessen haben wir die Teigwaren im Fenchelsalzwasser al dente gekocht, lassen sie abtropfen, vermischen sie mit der Sardinen-Fenchel-Mischung und fügen noch etwas Peterli dazu. Das Essen kann angerichtet werden.

Gerne gibts dazu ein Glas weissen Sizilianer.

29. Januar 2012

vincent

Abgelegt unter: enkel, koepfe — Schlagwörter:, — sanju @ 12:17

Am 26 Januar ist Vincent im Geburtshaus von Stans auf die Welt gekommen. Von den acht Jurt-Cousinen ist er der dritte Knabe. Wir freuen uns mit Moira, Urban, Joan und Lovis.

Die Blumen schenkt ihm sein berühmter Namensvetter.

3. August 2011

lactatio bernardi in alberswil.

Abgelegt unter: kirchen, orte — Schlagwörter:, — sanju @ 07:13

Maria spritzt Milch: Ausschnitt des Altarbildes des nördlichen Nebenaltars

Mindestens zwei mal täglich, vor und nach dem Mittagessen, wurde früher das Gegrüsst-seist-du-Maria gebetet. Den Satz Du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes Jesus habe ich als Kind nie richtig verstanden. Weder unter gebenedeit noch unter Frucht deines Leibes konnte ich mir etwas vorstellen. Erst nach der neuen Sprachregelung nach Vatikan II verstand ich den Text besser. Für den Heiligen Bernhard, hatte die Frucht Marias jedoch andere Qualität. Direkt den Mund des staunenden Heiligen traf Maria mit ihren Milchstrahl. So die Darstellung des Luzerner Künstlers Johann Jakob Fleischlin (um 1669-1700), wie sie in der ländlichen Kapelle St. Blasius in Alberswil zu betrachten ist.

Der heilige Bernhard empfängt Marias Milchstrahl: Ausschnitt des Altarbildes des nördlichen Nebenaltars

29. Juli 2011

ferienbeginn

Abgelegt unter: orte, worte — Schlagwörter: — sanju @ 17:16

“Arbeit ist Leben, Nichtstun der Tod” und “Schaffen und Streben ist der Götter Gebot”. Diese zwei Leitsätze an einem alten Haus sind wohl angebracht worden, bevor Luzern eine Touristenstadt und bevor der Ferien- und Freizeitkult zu einer Selbstverständlichkeit geworden war.
Oder sind sie Fresken gerade deshalb angebracht worden, weil die Luzerner Jugend die Freizeit allzu sehr genoss?

(Fresken am Hintereingang des ehemaligen Jesuitengymnasiums von Luzern. Erbaut 1729-1731)

22. Februar 2011

roi maroccain

Abgelegt unter: koepfe, orte — Schlagwörter:, — admin @ 10:23

Letzten Frühsommer in Marokko: Die Polizei hält sich mehrheitlich im Hintergrund und wenn sie sich zeigt, dann gerne in der Paradeuniform. Anders der König. Er ist omnipräsent: in jedem öffentlichen Gebäude aber auch in jeder Laden und in jedem Handwerksbetrieb hängt ein Bild von ihm.

Auch an den Mauern von Marrakesch ist hin und wieder ein Königsbild als Graffiti sichtbar. Bei genauerem Hinschauen entpuppt sich dieser König jedoch als GrazBoy, eine Figur der marokkanischen Fussballfans.

Die Mitglieder der Fangruppe Grazy Boyz bezeichnen sich selber als Ultras.

Die Bilder entstanden im Juni 2010 in Marrakesch und Fez.

6. Oktober 2010

presseschau im herbst

Abgelegt unter: worte — Schlagwörter:, , — sanju @ 14:39

Herbst ist es. Es raschelt im Blätterwald.

Kati Moser: Poesie des Alltags: Bericht über Laura Jurt, in der Schweizer Illustrierten vom 4. Oktober 2010.

Joseph Jurt: Die Eroberung des Mutes: Begegnung mit Claude Lanzmann, in der BaZ vom 1. Oktober 2010.

3. Oktober 2010

messebeginn am sankt leodegar

Abgelegt unter: orte — Schlagwörter:, , , — sanju @ 10:38

Dieses Jahr fiel der Beginn der Luzerner Herbstmess mit dem Patrozinium des Sankt Leodegar zusammen. Gleichzeitig war der diesjährige 2. Oktober ein sonniger, warmer Herbsttag, der mit einem kitschig-roten Alpenglühen abschloss. Wir beendeten den Tag mit ein paar Gläsern Rotwein unter alten Freunden.

22. September 2010

grüne schreib- und rechenkünste

Abgelegt unter: orte, worte — Schlagwörter:, — sanju @ 15:04

Der grünen Partei der Schweiz gebe ich jeweils bei Wahlen meine Stimme, weil ich einzelne Exponenten persönlich kenne oder sie sympathisch finde. Nicht immer reagiert die Partei dann so, wie ich es von ihr erwarte. Die grösste Enttäuschung erfuhr ich bei der EWR-Abstimmung -lange ist’s her-, als dank ihrer Stimmen die SVP den Sieg errang. Dieses unzuverlässige Verhalten hat sich ja mittlerweile etwas geändert. Die Grünen sind sogar soweit, dass sie sich eine eigene Bundesrätin zutrauen. Tapfer, obwohl sie rechnerisch keine Chancen hatten, gaben sie bis zum dritten Wahlgang der Bundesratswahl von 2011 ihrer Kandidatin Brigit Wyss die Stimme. Als ihre Kandidatin ausschied, verliessen einige der 28  grünen Wähler (22 davon wohl Parteimitglieder)  die Kräfte für den letzten Wahlgang.

  • zwei mussten unbedingt auf die Toilette (fehlende Stimmzettel)
  • vieren versagte die Hand (leere Stimmzettel)
  • fünfen gingen die richtigen Worte aus (ungültige Stimmzettel)
  • vier wechselten zum SVP-Kandidaten (globales Welschland?)
  • acht wechseln zu Karin Keller-Sutter (Feministen?)
  • fünf entschieden sich für Schneider-Ammann (Kapitalisten?)

So zuverlässig ist das Wahlverhalten meiner grünen Vertreter, dass sie sich nicht scheuen,einem SVPler die Stimme zu geben, um allenfalls eine fünfte Frau im Bundeshaus zu verhindern. Für mich sind das verschwendete Stimmen, genauso wie die leeren und ungültigen und auch ein Zeichen einer gewissen Unreife. Ich werde mich bei den nächsten Wahlen von anderen Parlamentarier vertreten lassen.

Bild: Grüne Aussichten vom Napf.

25. August 2010

120 meter höhendifferenz

Abgelegt unter: kirchen, koepfe, orte — Schlagwörter:, , , , — sanju @ 07:53

Geplant war eine kleine Velotour von Luzern nach Sempach-Station, genaugenommen zum Weiler Adelwil. Ich wählte die gut ausgeschildert Radroute Nr. 3 aus. Ausgangs Emmen wurde ich durch ein Hinweisschild vor der drohenden Steigung gewarnt: 120 Meter Höhenunterschied auf den nächsten 8 Kilometern. Untrainiert wie ich bin, kam ich recht ins Schwitzen und war froh, als ich den Turm der Kirche Bertiswil sah. Er gab mir Anlass für einen Zwischenhalt. Die Kirche Bertiswil steht etwas ausserhalb von Rothenburg Richtung Rain. Sie wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt und nach 1500 wesentlich umgebaut und vergrössert. Die äussere Form hat sich in den letzten 500 Jahren unwesentlich verändert. Vor allen der Kirchturm mit dem charakteristischen Giebeldach gibt der Kirche ihr mittelalterliches Gepräge.

Im Chorraum sind beachtliche Fresken aus dem frühen 16. Jahrhundert wieder freigelegt worden. Sonst hat die Ausstattung des Innenraumes seit dem späten Mittelalter doch einige Änderungen erfahren. Die Altäre stammen aus dem Barock, der Hauptaltar von 1688, die Seitenaltäre von 1700. Das Zentrum des Hauptaltares bildet eine Pièta, Maria mit dem geschundenen Jesus auf ihrem Schoss. Auf den zwei seitlichen Konsolen stehen Jakobus und die hübsche Maria Magdalena.

An den beiden Seitenansichten des Tabernakels sind zwei spät-gotische Reliefs angebracht. Auf ihnen sind die vierzehn Nothelfer dargestellt.

Die vierzehn Nothelfer erlebten seit dem 14. Jahrhundert eine immer grössere Beliebtheit in der Volksfrömmigkeit. Zur gleichen Zeit als die Kirche von Bertiswil neu erbaut wurde, war im ganzen Gebiet des Kanton Luzerns eine rege Kirchenbautätigkeit im Gange. Gleichzeitig war ein Anstieg der Heilgenverehrung und des lokalen Wallfahrtswesen zu beobachten. Die Nothelfer waren oft das Ziel von Verehrungen; wohl auch deshalb, weil mit ihnen die verschiedensten Bedürfnisse abgedeckt waren. Längst ist nicht mehr vielen bekannt, für welche Krankheiten und Wünschen welcher der Heiligen angerufen werden kann.
Erasmus, auf dem Bild der erste oben links, hilft bei Krämpfen und Koliken; Dionysius bei Kopfweh und schlechtem Gewissen; Eustachius bei Trauerfällen; Achatius bei Todesangst. In der unteren Reihe sind die drei nach Maria am meisten verehrten Heiligen dargestellt. Barbara, die erste unten links, schützt vor Blitz und Feuersbrunst; Katharina ist Beschützerin aller Mädchen und Frauen und hilft bei Sprachschwierigkeiten. Margareta schliesslich verhilft zu einer guten Geburt und beschleunigt allgemein die Wundheilung.

Das Relief mit der zweiten Hälfte der vierzehn Nothelfer beginn mit einem für das späte Mittelalter äusserst wichtigen Heiligen, mit Christopherus. Ihn rief man an, damit man nicht unerwartet den Tod fand. Neben ihm ist ein Bischof dargestellt. Obwohl er die Insignien von Nikolaus trägt, dürfte sich um Blasius handeln. Dieser war zuständig für alle Halserkrankungen. Neben ihm steht Pantaleon, der Patron der Hebammen und Ärzte. Die zweite Reihe beginnt mit dem Drachentöter St. Georg. Er konnte bei verschiedensten Anliegen angesprochen werden. So schützte er vor Pest und Krieg, galt aber auch als Beschützer der Haustiere. Den Abschluss bilden Vitus (Veit), der Helfer bei Geisteskrankheit, Cyriacus, der Beistand in der Todesstunde und Ägidius, der gerne von stillenden Müttern angerufen wurde.

Nach dem kulturhistorisch überraschenden Kirchenbesuch (vlg. Eintrag im HLS) mussten nun noch die letzten Höhenmeter Richtung Sandblatten bewältigt werden. Nach kaum einem Kilometer wies mich der nächsten sakralen Wegbegleiter, ein imposantes Wegkreuz, auf die Abzweigung nach Sempach hin. Von jetzt an ging es auf einer kaum befahrenen Nebenstrasse fast nur noch begab. Gerne tauschte ich einige der gewonnenen Höhenmeter mit einer leichten Abfahrt. Mein Ziel war Adelwil, ebenfalls ein Wallfahrtsort der vierzehn Nothelfer.

20. August 2010

paella al libre albedrio

Abgelegt unter: enkel, toepfe, worte, wuerste — Schlagwörter:, , , — sanju @ 14:15



¡Oh insigne sinfonía de todos los colores!
O herrlich Symphonie aller Farben
O illustre Paella!
Dein Äusseres prangt in bunter Bluse,
Dein Innerstes brennt in jungferlichen Ängsten.
O buntes Farbengericht,
Das man, bevor man es kostet, mit den Augen verzehrt!

Paella nach Lust und Laune

Zum ersten Geburtstag vom kleinen Efrem gab es diesmal Paella nach Lust und Laune (al libre albedrio). Die Freiheit bestand darin, dass der Geflügel- und Meeresfrüchtezwang aufgehoben wurde. Endlich mal eine Paella, an der sich auch die Vegetarier erlaben konnten (und zwar nicht nur mit den Augen). Die Zutaten können entsprechend nach Lust und Laune und je nach Saison variiert werden. Für die abgebildete Paella (Pfannendurchmesser 68cm) habe ich folgende Zutaten ausgewählt:

Zutaten für ca. 25 Personen

  • 3-4 Zwiebeln
  • 1 Knoblauch
  • 2 Artischocken
  • 4-5 Peperoni (verschiedene Farben)
  • 3 Zucchetti
  • 2-3 Rübli
  • 2 kl. Broccoli
  • 1 Pfund Coco-Bohnen
  • 4-5 Tomaten
  • 1 kl. Aubergine
  • 1 Litert trockener Weisswein
  • 2-3 dl Olivenöl
  • 4-5 Liter Bouillon
  • 2 kg Risotto-Reis
  • Lorbeerblatt, Peterli, etwas Kreuzkümmel
  • Salz, Paprika, Pfeffer, Safran

Mise en Place

Zubereitung:

In separater Pfanne 4-5 Liter (Gemüse-)Bouillon aufwärmen.

Safran in einem kleinen Glas in Bouillon auflösen.

Rübli in feine Stifte, Peperoni in Dreiecke und Cocobohnen in 4cm grosse Stücke schneiden. Artischocken von den äusseren Blättern und den Spitzen befreien und achteln. Alles zusammen mit ein paar Knoblauchzehen in Olivenöl andämpfen und danach aus der Paella-Pfanne heben.

In Scheiben geschnittene Zucchetti und Auberginen und die Broccoli-Röschen ebenfalls andämpfen und separat aus der Pfanne nehmen.

Zwiebeln und weitere Knoblauchzehen in die Pfanne geben, Tomaten hinzufügen und im Öl andämpfen. Peperoni-Bohnen-Rübli-Artischocken-Gemüse beigeben und durchdämpfen. Reis einstreuen mit dem Gemüse mischen und mit Wein und der warmen Bouillon ablöschen. Safran, Paprika, Peterli und andere Gewürze beigeben. Zum letzten Mal durchmischen. Eventuell nachsalzen und dem Koch ein, zwei Glas Weisswein zubilligen.

Den kochenden Reis mit der Zucchetii-Auberginen-Brokkoli-Mischung belegen und die Hitze reduzieren.

Die Paella etwa 15 Minuten leise kochen lassen. Wenn der Reis fast weich ist, die Pfanne vom Feuer nehmen, die Paella mit Alufolie und einigen Zeitungen zudecken und das Ganze etwa fünf Minuten ruhen lassen.

Jetzt bleibt noch Zeit, das vorbereitete Fleisch und die Würste auf den Grill zu legen, damit auch die Nicht-Vegetarier auf ihre Rechnung kommen. Zur Paella passen gut verschieden Salate.

(14. August 2010, Reussmatt, Luzern)

PS: Das pathetische Paella-Gedicht ist dem Krimi Tahiti liegt bei Barcelona von Manuel Vázquez Montalbán (Die Meere des Südens, ISBN 3-492-23149-7 Pick It! ) entnommen.

Fachmännischer Beobachter

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